Dieser Ratgeber richtet sich ausschließlich an Erwachsene. E-Zigaretten und nikotinhaltige Liquids sind nicht für Personen unter 18 Jahren bestimmt. Nikotin macht stark abhängig.
Von Sascha Schneck, Inhaber des Enzensberg Kiosk · Stand: November 2026
Kurz & knapp
- Prinzip: Strom erwärmt das Liquid zu einem Aerosol, eine Verbrennung findet nicht statt.
- Bauteile: Akku, Verdampfer oder Pod, Coil mit Docht, Liquid.
- Temperatur: laut BfR meist etwa 150 bis 200 °C (Quelle 1).
- Trockene Coil: im Labor 322 bis 1.008 °C statt 110 bis 185 °C (Quelle 4).
- Grenzwerte: höchstens 20 mg/ml Nikotin, Nachfüllbehälter höchstens 10 ml (Quelle 3).
Eine E-Zigarette ist ein elektrisches Gerät, das eine Flüssigkeit erwärmt und in einen feinen Nebel verwandelt, den Sie einatmen. Diese Flüssigkeit heißt Liquid und enthält Trägerstoffe, Aromen und je nach Sorte Nikotin. Anders als bei der Tabakzigarette brennt nichts, es entstehen weder Glut noch Asche. Wir bekommen oft die Frage, was beim Ziehen im Gerät passiert. Die Antwort ist überschaubar, sobald man die vier Bauteile kennt.
Das Prinzip: vom Strom zum Aerosol
Nach der Definition des BfR gehören drei Komponenten zu jeder E-Zigarette: ein Verdampfer, dessen Heizelement von einer Batterie gespeist wird, ein Depot oder eine Kartusche mit dem Liquid und die Batterie selbst (Quelle 1). Sobald Sie ziehen oder die Feuertaste drücken, fließt Strom in das Heizelement. Der Docht daneben ist mit Liquid getränkt, das sich erwärmt und in feinen Nebel übergeht. Das BfR nennt für die meisten Geräte Temperaturen um 150 bis 200 Grad Celsius. Genau genommen ist die sichtbare Wolke kein Dampf, sondern ein Aerosol: winzige Tröpfchen, die gemeinsam mit Gasen in der Luft schweben.
Der Akku: Energiequelle und Auslöser
In einfachen Einsteigergeräten ist der Akku fest verbaut, bei Akkuträgern setzen Sie wechselbare Zellen ein. Ausgelöst wird der Heizvorgang über eine Taste oder automatisch durch einen Sensor, der den Unterdruck beim Ziehen erkennt. Mehr Leistung erzeugt mehr Aerosol, kann das Liquid aber überhitzen; dabei können laut BfR Formaldehyd, Acetaldehyd und Acrolein entstehen (Quelle 1). Das Institut empfiehlt, nur die vom Hersteller für das Produkt bestimmten Ladegeräte und Akkus zu nutzen. Passende Technik zeigt die Kategorie Akkuzellen und Ladegeräte.
Verdampfer, Tank und Pod
Beim klassischen Verdampfer sitzen Tank, Mundstück und ein austauschbarer Kopf mit der Coil übereinander. Beim Pod-System steckt alles in einer kleinen Kartusche, die Sie auf das Akkuteil setzen; ob die Coil darin fest sitzt oder getauscht werden kann, hängt vom Modell ab. Das DKFZ trennt in seiner Schulinformation Einwegprodukte von Geräten, deren Kartuschen man austauscht (Quelle 2). Kompakte Geräte finden Sie unter Pod- und Cap-Systeme, weitere Bauformen unter Verdampfer und Verdampferköpfe.
Welche Bauform passt, hängt von der Zugtechnik ab. Ein enger Luftweg passt zum Mund-zu-Lunge-Zug, weite Öffnungen gehören zum direkten Lungenzug. Eine Laborstudie setzte dafür etwa 55 beziehungsweise 500 Milliliter Zugvolumen an (Quelle 5). Mehr dazu steht im Ratgeber MTL oder DL.
Coil und Docht: wo die Wärme entsteht
Herzstück ist ein Heizdraht oder ein flaches Metallgitter (Mesh), umgeben von einem Docht, meist aus Watte, der Liquid aus dem Tank nachzieht. Von dieser Versorgung hängt die Temperatur ab: Trockene Coils kamen in einer Messstudie auf 322 bis 1.008 Grad Celsius, vollständig benetzte nur auf 110 bis 185 Grad Celsius (Quelle 4). Jede Coil hat einen Widerstand in Ohm, und bei gleicher Spannung liefert ein niedrigerer Widerstand mehr Leistung. Coils unter einem Ohm heißen Sub-Ohm-Coils und dienen vor allem dem Lungenzug. Wann ein Wechsel fällig ist, erklärt der Ratgeber Verdampferköpfe und Coils.
Was im Liquid steckt
Den Hauptteil eines Liquids bilden laut BfR Propylenglykol und/oder Glycerin als Trägerstoffe; Aromen und, je nach Sorte, Nikotin kommen hinzu (Quelle 1). In einer Laborstudie senkte weniger Propylenglykol die abgegebene Nikotinmenge, und glycerinreiche Aerosole erschienen als dichtere Wolke (Quelle 6). Was die Zahlen auf dem Etikett bedeuten, erklärt der Ratgeber PG und VG im Liquid. Nikotin macht stark abhängig: Schon 27 Sekunden nach einem Zug ist laut BfR im Mittel die Hälfte der höchsten Konzentration im Gehirn erreicht. Wer darauf verzichten möchte, findet Liquids ohne Nikotin, die laut BfR aber ebenfalls nicht risikofrei sind.
Gesetzliche Grenzwerte
Für nikotinhaltige Produkte zieht § 14 des Tabakerzeugnisgesetzes klare Linien (Quelle 3). Eine Nachfüllflasche darf maximal 10 Milliliter nikotinhaltiges Liquid enthalten, ein Einweggerät oder eine Einwegkartusche maximal 2 Milliliter. Mehr als 20 Milligramm Nikotin je Milliliter sind nicht zulässig. Kindersicherung sowie Bruch- und Auslaufschutz sind für Geräte und Behälter Pflicht. Wir geben diese Produkte nur an Volljährige ab, wie die Seite Altersprüfung beschreibt.
Übersicht: Bauteil und Funktion
| Bauteil | Aufgabe | Hinweis |
|---|---|---|
| Akku | Liefert Strom | Fest verbaut oder Wechselzelle |
| Verdampfer oder Pod | Speichert Liquid, führt Luft | Richtet sich nach der Zugart |
| Coil | Wandelt Liquid in Aerosol | Wird regelmäßig ersetzt, Angabe in Ohm |
| Liquid | Trägerstoffe, Aromen, optional Nikotin | Höchstens 20 mg/ml Nikotin |
Unser Rat an Einsteiger: Legen Sie zuerst die Zugtechnik fest und wählen Sie danach Gerät, Coil und Liquid. Nur wenn diese drei zusammenpassen, bekommt die Coil genug Liquid. Lesen Sie vor dem ersten Zug die Anleitung. Befüllen Sie den Tank, bevor Sie zum ersten Mal auslösen.
Fazit: vier Bauteile, ein Ablauf
Strom fließt vom Akku zur Coil, der getränkte Docht gibt Liquid ab, und daraus wird ein Aerosol. Geräte unterscheiden sich in Bauform, Leistung und Zugtechnik, nicht im Prinzip. Wer die Bauteile kennt, versteht, warum ein trockener Docht verbrannt schmeckt. Das BfR empfiehlt, auf E-Zigaretten ganz zu verzichten; für Erwachsene, die sie nutzen, ist technisches Wissen die Grundlage für einen sicheren Umgang. Gerätearten zeigt die Kategorie E-Zigaretten.
Quellen und Datenstand
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (2025): E-Zigaretten: Alles andere als harmlos – Fragen und Antworten (aktualisiert am 08.04.2025). bfr.bund.de. https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/e-zigaretten-alles-andere-als-harmlos/. Abgerufen am 06.11.2026.
- Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) (2014): E-Zigaretten und E-Shishas – Informationen für Schulen (Reihe Fakten zum Rauchen). dkfz.de. https://www.dkfz.de/de/krebspraevention/Downloads/pdf/FzR/FzR_2014_Informationen-fuer-Schulen-E-Zigaretten-und-E-Shishas.pdf. Abgerufen am 06.11.2026.
- Bundesministerium der Justiz (2016): Gesetz über Tabakerzeugnisse und verwandte Erzeugnisse (TabakerzG), § 14 Beschaffenheit von elektronischen Zigaretten und Nachfüllbehältern. gesetze-im-internet.de. https://www.gesetze-im-internet.de/tabakerzg/__14.html. Abgerufen am 06.11.2026.
- Chen, W., Wang, P., Ito, K. et al. (2018): Measurement of heating coil temperature for e-cigarettes with a “top-coil” clearomizer. PLOS ONE 13(4): e0195925. PLOS ONE (Open Access). https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0195925. Abgerufen am 06.11.2026.
- Soulet, S., Duquesne, M., Toutain, J., Pairaud, C., Mercury, M. (2019): Impact of Vaping Regimens on Electronic Cigarette Efficiency. International Journal of Environmental Research and Public Health 16(23): 4753. MDPI (Open Access). https://www.mdpi.com/1660-4601/16/23/4753. Abgerufen am 06.11.2026.
- Baassiri, M., Talih, S., Salman, R. et al. (2017): Clouds and “throat hit”: Effects of liquid composition on nicotine emissions and physical characteristics of electronic cigarette aerosols. Aerosol Science and Technology 51(11): 1231–1239. Forschungsportal der University of Limerick. https://pure.ul.ie/en/publications/clouds-and-throat-hit-effects-of-liquid-composition-on-nicotine-e/. Abgerufen am 06.11.2026.
Datenstand: November 2026. Gesetzesangaben und Quellen wurden am 06.11.2026 geprüft. Ändert sich ein Grenzwert oder eine Vorschrift, passen wir diesen Ratgeber an und aktualisieren das Datum.
Häufige Fragen
Verbrennt in einer E-Zigarette Tabak?
Nein. Laut BfR wird das Liquid meist auf etwa 150 bis 200 Grad Celsius gebracht und vernebelt, ohne Flamme oder Glut.
Pod oder Verdampfer: worin liegt der Unterschied?
Beim Pod stecken Tank und Mundstück in einer Kartusche. Beim Verdampfer sind Tank, Mundstück und Kopf einzelne Teile.
Welche Nikotinmenge ist im Liquid erlaubt?
Maximal 20 mg/ml nach § 14 TabakerzG; eine Nachfüllflasche fasst maximal 10 ml.
Weshalb schmeckt eine frische Coil verbrannt?
Oft war die Watte noch trocken. Geben Sie dem Liquid nach dem Befüllen einige Minuten Zeit.
Was heißt Sub-Ohm?
So heißen Coils unter einem Ohm, die mit mehr Leistung für den Lungenzug arbeiten.